Rehkitz im Gras

Kitzrettung mit Drohnen

Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kommen in der Bundesrepublik Deutschland jährlich 90.000 Rehkitze bei Mahden ums Leben. Landwirte mähen in warmen Frühjahren oft schon sehr früh, wenn die Kitze noch jung sind. Der Klimawandel begünstigt diese Entwicklung.

Ich bin seit meiner Jugend passionierter Jäger und genau genommen war die Möglichkeit, Rehkitze mit Hilfe von Multicoptern zu retten, die Geburtsstunde von heXawerk. Ausschlaggebend hierfür war die traurige Erkenntnis, das Vergrämungsmethoden mit elektronischen Signalgebern, die blau blinken und schrille Pieptöne von sich geben, oftmals wirkungslos sind, wenn sie insbesondere ganzjährig auch zur Schwarzwildvergrämung genutzt werden. Beim Rehwild tritt offenkundig ein Gewöhnungseffekt ein, so dass die Geräte von den Ricken nicht mehr als Gefahr wahrgenommen werden.

Die zuverlässigste Methode scheint also noch immer das Absuchen der Wiese kurz vor der Mahd. Hierbei können Multicopter insbesondere dann unterstützen, wenn sie mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sind und so binnen kürzester Zeit ein zuverlässiges Bild über das Vorhandensein von Rehwildbetten geben können. Entscheidender Faktor ist dabei die Tageszeit des Flugeinsatzes, da die Wärmebildkamera den Temperaturunterschied zwischen dem Rehkitz mit einer Oberflächentemperatur von ca. 25 Grad Celsius und dem umgebenden Gras darstellt. Ein warmes Rehkitz im kühlen Gras ist leicht zu identifizieren. Erwärmt sich jedoch im Laufe des Tages die Luft, wird der Temperaturunterschied immer geringer und das Rehkitz wird für die Wärmebildkamera quasi „unsichtbar“. Daher funktioniert dieses Verfahren nur in den Morgenstunden zuverlässig. Die Abendstunden sind weniger geeignet, weil das Wild über Nacht wieder in die Wiese ziehen kann.

Nach aktueller Rechtslage darf ich mein Fluggerät ab kurz vor Sonnenaufgang in die Luft bringen. Ich fliege die Wiese dann erst einmal in einer Höhe von ca. 25 Metern systematisch ab. Dabei helfen mir die moderne Software auf meiner Fernsteuerung und das in den Multicopter integrierte GPS. Binnen kürzester Zeit haben der Jagdausübungsberechtigte und ich einen guten Überblick über die „warm spots“, an denen Rehwild liegen könnte. Diese schauen wir uns dann gemeinsam etwas genauer an und ich gehe mit dem Multicopter etwas tiefer (ca. 15 Meter). Kitze, die in Begleitung der Ricke in der Wiese liegen, werden in aller Regel spätestens jetzt von „der Alten“ herausgeführt, weil die Ricken den Multicopter als Bedrohung empfinden. Abgelegte Kitze bleiben indes instinktiv liegen und müssen aus der Wiese getragen werden. Ich steige in diesem Fall mit dem Multicopter auf ca. 30 Meter auf, um das Kitz nicht unnötig zu beunruhigen.  Aus dieser Höhe weise ich den Jagdausübungsberechtigten oder einen Helfer über Funk ein, der dann das Kitz aus der Wiese tragen kann. Hierfür haben sich mit Gras ausgekleidete mittelgroße Umzugskartons bewährt, in die das Kitz hineingelegt wird, damit es möglichst kurz mit dem Menschen in Kontakt kommt. Denn: Nimmt das Kitz die Witterung des Menschen an, wird die Ricke es später nicht als ihres erkennen und verstoßen. Alle Mühe wäre vergebens gewesen.

Sind Sie Landwirt oder Jagdausübungsberechtigter? heXawerk. unterstützt Sie gerne beim Auffinden von Rehkitzen. Im Umkreis von 80 km um München herum zahlen Sie nur die Fahrtkosten, für die Flugzeit sowie Vor- und Nachbereitung berechnen wir nichts! Schließlich bin ich selber Jäger.

 

Wie können wir Sie unterstützen? Lassen Sie uns jetzt darüber sprechen.

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